Ursprünglich von Olympus und seit 2005 gemeinsam von Olympus und Panasonic entwickelt, ist das FourThirds-System eine innovative Konstruktion und ein grundlegender Standard für digitale Spiegelreflexkameras.
Die Ziele des FourThirds-Systems:
1. Die Weiterentwicklung digitaler Spiegelreflexkameras im Digitalzeitalter;
2. Förderung einer größeren Mobilität durch die Möglichkeit der Konstruktion kompakterer Spiegelreflexkameras;
3. Etablierung eines offenen Standards, um die Ausbaufähigkeit und Kompatibilität von Produkten verschiedener Hersteller zu verbessern.
35mm-Kleinbildkameras wurden Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt. Sie sollten die Vorzüge der 35mm-Filme nutzen, die damals bereits für Kino-Filmkameras eingesetzt wurden. Die 35mm-Fotokamera wurde schnell zu einem weltweit verbreiteten Standardsystem. Auch heute noch, wo die meisten Kameras vollkommen digital und damit ohne Film arbeiten, folgen sie den Normen, die ursprünglich für den 35mm-Kleinbildfilm entwickelt wurden. Mit der Entwicklung des FourThirds-Systems wurde ein neuer Standard speziell für die digitale Fotografie geschaffen, der sowohl eine optimale digitale Bildqualität wie auch ein Maximum an Kompaktheit ermöglicht.
Der Bildsensor oder "CCD" einer modernen Digitalkamera übernimmt heute die Aufgabe des klassischen Films, wie er in herkömmlichen Kameras genutzt wurde. Entsprechend bestimmt jetzt die Größe dieses Bildsensors in weitreichendem Maße die Gesamtgröße der Kamera, weil das Kameragehäuse und auch das Objektiv möglichst gut auf das Format des Bildsensors abgestimmt sein müssen. Untersuchungen haben ergeben, dass das optimale Sensorformat einen 4/3 Zoll (also "FourThirds") großen Durchmesser des Bildkreises erfordert. Hierbei ergibt sich bezüglich der digitalen Fotografie die bestmögliche Balance zwischen digitaler Bildqualität und Objektivgröße. Auf diese Weise erhielt der neue Standard seinen Namen. Durch Reduzierung des Sensorformates wurde es immer leichter, kompakte digitale Spiegelreflexkameras zu bauen, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität der aufgenommenen Bilder eingehen zu müssen.
Eine der wichtigsten Eigenschaften dieses Standards ist es, dass FourThirds-Objektive speziell für die besonderen Anforderungen digitaler Bildsensoren (CCDs) entwickelt werden. Damit unterscheiden sich diese Objektive von denen, die für 35mm-kompatible digitale Spiegelreflexkameras entwickelt wurden. Was ist daran so wichtig? Anders als beim Film muss das Licht bei einem CCD möglichst rechtwinklig auftreffen, andernfalls werden Farben verfälscht oder die Bildecken könnten dunkler ausfallen. FourThirds-Objektive werden deshalb von Grund auf neu konstruiert, damit sie perfekt mit den digitalen Sensoren harmonieren und somit brillante Digitalbilder garantieren können.
Das FourThirds-System ist ein offener Standard im Hinblick auf den Durchmesser des Objektivanschlusses, die Größe der Abbildungsfläche, den Abstand zwischen Flansch und Brennpunkt sowie verschiedene weitere Eigenschaften. Da hierdurch Kameras und Objektive der verschiedensten Unternehmen nutzbar sind, können die Anwender die FourThirds-Objektive und –Gehäuse unterschiedlicher Hersteller miteinander kombinieren. Damit stehen ihnen mehr Möglichkeiten bei der Objektivauswahl als je zuvor zur Verfügung!