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Konosuke Matsushita: „Auf dem Weg zu Frieden und Wohlstand“

Konosuke Matsushita gilt als einer der bedeutendsten Unternehmer des 20. Jahrhundert. Im Alter von 22 Jahren gründete er seine erste eigene Firma – die heutige Panasonic Corporation. Matsushita verfügte nur über eine geringe Schulbildung, war Zeit seines Lebens kränklich, erlebte schlimmste Armut, den zweiten Weltkrieg sowie den Tod seines einzigen Sohnes. Dennoch glaubte er an eine bessere Welt – an Frieden und Wohlstand für die Gemeinschaft. Dafür lebte er.

Schwierige Lebensumstände

Schwierige Lebensumstände

Geboren am 27. November 1894, als jüngstes von acht Kindern, verlebte Konosuke Matsushita zunächst eine friedliche Zeit im ländlichen Wakayama (südlich von Osaka). Doch Fehlinvestitionen des Vaters führten die Familie in den Ruin. Neben ständigem Hunger, litt Konosuke unter den Hänseleien seiner Mitschüler. Zudem starben seine drei ältesten Geschwister.

Anfänge eines Weltunternehmens

Anfänge eines Weltunternehmens

Bereits als Neunjähriger musste er seine Familie verlassen und in einem Fahrradgeschäft arbeiten. Sechs Jahre später führte ihn sein Weg zur Osaka Electric Light Company, wo er zum Installationstechniker und schließlich zum Inspektor befördert wurde. Mit mageren finanziellen Mitteln wagte er dann 1918 den Schritt in die Selbstständigkeit: Gemeinsam mit seiner Frau Mumeno und ihrem 15jährigem Bruder Toshio lue (der später SANYO gründete) rief er in seiner 13 Quadratmeter kleinen Wohnung die „Matsushita Electric“ ins Leben.

Innovationen – auch für die Ärmsten

Innovationen – auch für die Ärmsten

In den 20er Jahren waren elektrische Produkte Luxus und nur für wenige Personen erschwinglich. Konosuke Matsushita meinte jedoch, dass hochqualitative Güter jedermann zur Verfügung stehen sollten – auch Menschen mit geringem Einkommen. Vorhandene Produkte zu verbessern und dennoch günstiger anzubieten als die Konkurrenz, war deshalb sein Ziel. Dies gelang ihm prompt mit einem Glühbirnenadapter aus recycelten Lampenfassungen. Außerdem produzierte die kleine Firma spezielle Doppellampenfassungen sowie Isolationskörper für Ventilatoren. Bald schon konnte sie 20 Mitarbeiter einstellen und trotz der schwierigen Zeiten nach dem ersten Weltkrieg ihre Verkaufszahlen stetig erhöhen.

Kugelförmigen Fahrradlampe

Bahnbrechende Vertriebsideen

Wesentlich für den weiteren Firmenerfolg war 1923 die Erfindung einer kugelförmigen Fahrradlampe: Im Gegensatz zu den bereits erhältlichen, batteriebetriebenen und sehr teuren Leuchten, die nur drei bis vier Stunden liefen, kostete sie vergleichsweise wenig, spendete aber 30 bis 40 Stunden Licht. Als die Händler ihre Funktionstüchtigkeit anzweifelten, lieferte Konosuke ihnen kostenlose Musterexemplare. Das war neu und überzeugte: Innerhalb eines Jahres stieg der Absatz auf 10.000 Stück pro Monat. Von nun an rollte die Produktion. Sie reichte vom elektrischen Bügeleisen, über Röhren-Radioempfänger und Elektromotoren bis zu elektrisch betriebenen Fahrrädern. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts folgen dann Fernseher, Waschmaschinen, Kühlschränke, Klimaanlagen, Audio- und Videogeräte sowie vieles mehr.

Mitarbeiter im Fokus

Mitarbeiter im Fokus

Als 1929 die Weltwirtschaftskrise Japan ereilte, waren allerorts Massenentlassungen üblich. Nicht so bei Matsushita. Die Firma, welche mittlerweile rund 500 Mitarbeiter zählte, drosselte die Produktion auf 50 Prozent. In ihrer verbleibenden Zeit unterstützten die Fabrikarbeiter den Vertrieb. Das Werk überlebte und gründete 1934 ein eigenes Ausbildungsinstitut, an dem Schüler mit Grundschulabschluss Technik und Wirtschaft studieren konnten. Matsushita Electrics, war es auch, der 1965 als erster Konzern in Japan die Fünftagewoche einführte. Wenige Jahre später hob das Unternehmen die Löhne der Arbeiter auf europäisches Niveau an: Damit erhielten sie 50 Prozent mehr als Angestellte anderer japanischer Elektronikunternehmen.

Konosuke Matsushita

Dienst an der Gesellschaft

Konosuke Matsushita nahm eine für das traditionelle Japan ungewöhnliche Haltung ein: Er war fest davon überzeugt, dass Firmen eine Mission benötigen und diese konsequent ausführen müssen. So fand er eine Geschäftsphilosophie, an der sich noch heute unsere Mitarbeiter orientieren: Bereits 1933 formulierte er wesentliche Firmengrundsätze wie Ehrlichkeit und Fairness, Teamwork sowie ein Leben im Einklang mit der Natur. Selbst gegenüber dem Wettbewerb forderte er stets ehrbares Handeln: „Ohne persönliche Integrität können wir weder die Achtung anderer, noch Selbstachtung erlangen."

Kollektives Wissen und gegenseitiges Vertrauen
Ebenso besonders war das Management des Firmengründers. Statt seine eigene Unsicherheit, die auf seiner geringen Schulbildung basierte, zu verbergen, holte er die Meinung seiner Mitarbeiter ein. Es entstand eine Philosophie der kollektiven Kompetenz: Jeder Mitarbeiter, vom Pförtner bis zum Topmanager, ist bei Panasonic aufgefordert, Anteil an den Tätigkeiten des Unternehmens zu nehmen. Verbesserungsvorschläge werden gesammelt, modifiziert und, wenn sinnvoll, in die Tat umgesetzt. Voraussetzungen dafür sind jedoch konstruktive Kritik sowie eine offene Kommunikation. Aus diesem Grund veröffentlichte Matsushita die monatliche Unternehmensbilanz vor seinen Angestellten. Im Gegenzug erntete er Vertrauen, eine gesteigerte Arbeitsmoral und alle Vorzüge eines freien Ideenaustausches.

Im Geiste unseres Gründers

1973 ging der charismatische Unternehmer in den Ruhestand. Nachdem er sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hatte, schrieb er zahlreiche Bücher zu seinen wirtschaftlichen und sozialen Philosophien. Sein Buch „Entwicklung eines Wegs zum Frieden und zum Glück durch Wohlstand“ wurde einige Millionen Mal verkauft. Konosuke Matsushita starb am 27. April 1989, im Alter von 94 Jahren. Seine Entwicklungen, Ideen, Leitsätze und Visionen leben im Unternehmen weiter:

2018, zum 100sten Geburtstag des Unternehmens, will Panasonic zum weltweit führenden Unternehmen für grüne Innovationen in der Elektonrikindustrie werden.

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