Jan Brockmann ist freiberuflicher Filmemacher und im Bereich der Werbung zu Hause. Er dreht, schreibt und lebt in Hamburg und arbeitet ständig an neuen Projekten für die unterschiedlichsten Kunden. Für Panasonic hat er die LUMIX Systemkamera GH1 ausgiebig getestet und auch die neue GH2 unter die Lupe genommen.
Bei seiner Arbeit hat Jan Brockmann die Kameras der LUMIX GH Serie für verschiedene kreative Film-Projekte eingesetzt und sich mit ihren besonderen Eigenschaften in der alltäglichen Praxis vertraut gemacht. Hier berichtet er über die Erfahrungen, die er dabei gesammelt hat, und verrät Tipps zum Filmen.
Als ambitionierter Videofilmer, Videographer oder kreativer Filmemacher ist man immer auf der Suche nach einer Kamera, die einem visuell das beste Ergebnis liefert. Hierbei achte ich besonders auf den Komfort und die Handlichkeit der Kamera – die sich in einer kompakten Bauweise widerspiegelt – sowie natürlich auf die Qualität und die kreativen fotografischen Möglichkeiten.
Die LUMIX GH Serie bringt diese Voraussetzungen mit und steht damit großen Spiegelreflexkameras in nichts nach, wodurch sie interessant für ambitionierte Amateure und Filmemacher ist. Angefangen bei einem relativ großen Chip, der zwar kein Vollformat hat (35-mm-Kleinbild), aber immer noch ein sehr ausgewogenes Schärfeverhältnis liefert. Das heißt, kreative Filmemacher können mit geringer Tiefenschärfe arbeiten, haben es aber durch die Chipgröße leichter die Schärfe zu halten.
Ein weiterer Vorteil ist der Objektivanschluss, der durch seine Bauart sehr gut mit Hilfe von Adaptern (ohne Umbau der Kamera) auch für andere Objektive genutzt werden kann. Diese Möglichkeit in Kombination mit der Chipgröße macht es möglich, so ziemlich jedes professionell gefasste PL-Objektiv zu verwenden. Man hat dadurch eine wirklich große Objektivpalette.
Um wirklich sagen zu können, was die Kameras leisten, bedarf es mehr als auspacken, angucken und einmal aus dem Fenster filmen. Als ich die erste Kamera aus der LUMIX GH Serie bekam, half ich ein Projekt von Medienstudenten zu betreuen, das als Testfeld für die Kamera sehr geeignet war. Die Studenten produzierten eine Woche lang Beiträge für einen Online-Blog und sollten ausgesuchte Beiträge mit der GH1 umsetzen. Sie haben die Kamera so verwendet, wie sie aus der Box kommt, mit LUMIX Objektiven. Einziger Zusatz war eine Halterung zum stabileren Filmen aus der Hand. Dabei war das Feedback sehr aufschlussreich und durchaus positiv:
• dreh-/schwenkbarer Monitor für kreative Positionen beim Filmen
• zahlreiche Objektive, aktuell bereits 11 LUMIX Objektive
• lange aufnehmen, ohne Karte zu wechseln
• in hektischen Situationen schneller Autofokus beim Filmen
• kompakte Bauweise hat beim Drehen in der Menge sehr geholfen
Als Wunsch wurde geäußert, dass der Tonpegel einstellbar sein sollte, was bei der GH2 jetzt möglich ist.
Um alle Möglichkeiten der Kamera auszuschöpfen, haben wir sie auch für weitere Projekte verwendet und sie dann, wie man auf den Fotos erkennen kann, etwas professionalisiert mit Filmoptiken und Zubehör. Auch hier waren wir begeistert von der Qualität der Ergebnisse und dem soliden manuellen Handling der Kamera. Durch das konstruktive Feedback der Studenten und durch meine eigenen Erfahrungen während der verschiedenen Projekte kann ich sagen, dass die Kameras der LUMIX GH Serie für Videographen, Videoblogger und angehende Filmemacher gut geeignet sind. Weil sie mit vielen Features im Videomodus ausgestattet sind, im manuellen sowie im automatischen Modus gut benutzbar sind und den schmalen Geldbeutel von jungen Filmverrückten nicht zu sehr belasten.
Natürlich gibt es immer Verbesserungspotential, deshalb war ich auch gespannt auf die neue Systemkamera GH2. Nach meinem ersten kurzen Test mit der GH2 waren besonders die neuen Videomodi wie zum Beispiel der 24p Cinema Mode, die höheren Datenraten und die endlich vorhandene Pegelfunktion der Audio-Level sehr interessant. Außerdem sorgt der neu entwickelte Live-MOS-Sensor zusammen mit dem Bildprozessor Venus Engine FHD für hohe Lichtempfindlichkeit und geringstes Rauschen. So werden auch bei hohen ISO-Werten wie z. B. bei 1600 Ergebnisse mit geringem Bildrauschen erreicht. Durch den neuen Chip und den Full-HD-HDMI-Output ist die GH2 Kamera noch besser als ihr Vorgänger.
Als sehr vorteilhaft empfinde ich auch die Zeitlupenfunktion der Kamera, die Filme 20 oder 50 Prozent langsamer aufzeichnet. Dabei ist eine 50%-Zeitlupe zwar nur mit einer Auflösung von 1280 x 720 möglich, was jedoch keine Nachteile mit sich bringt.
In einem Workshop in Wien hatten Journalisten unter Anleitung des jungen Filmemachers Jan Brockmann die Gelegenheit, die LUMIX DMC-GH2 als kreatives Werkzeug für ihre Filmprojekte zu testen. Die nachfolgenden Videos sind ein Zusammenschnitt der Ergebnisse. Sie verdeutlichen drei neue Features der GH2 und zeigen, welche Ergebnisse beim kreativen Filmen erzielt werden können.
Dieses kurze Interview ist mit der GH2 im 24p Cinema Mode und der LUMIX 14 -140-mm-Zoom-Linse gedreht worden. Der Ton wurde mit dem internen Stereomikrofon aufgenommen, das vorher über die neue Lautstärkereglung gepegelt wurde.
Mit dem Cinema Mode kann die GH2 24 Bilder aufnehmen. In Kombination mit einem für den Modus speziellen „Look Preset“* kann das Kontrastverhältnis angepasst werden, sodass man eine filmähnliche Anmutung erhält. Zudem wird die Datenrate des AVCHD-Codecs im Cinema Mode auf 24 Mbit/s erhöht.
Wann verwendet man den 24p Mode?
Wenn man seinen Aufnahmen einen besonderen Look geben will, sollte man in diesem Modus drehen. Wichtig ist, dass es keine schnellen Sportereignisse sind, denn diese können bei langsamer “Shutter“-Geschwindigkeit ** unscharf oder verschwommen wirken. Besonders ambitionierte Filmer können diesen Modus einsetzen, wenn sie einen Kurzfilm oder eine Dokumentation drehen wollen und diesen den typischen filmischen Look verleihen wollen.
Tipps zum 24p Cinema Mode
* Die LUMIX G Serie verfügt über verschiedene Voreinstellungen, die im Menü unter Farbtonanpassung angewählt werden können, um den Bildeindruck zu verändern. Einzustellen sind Kontrast, Farbsättigung und Schärfe.
** Der Shutter ist die Verschlusszeit der Kamera und wird je nach Helligkeit des Motivs angepasst.
Diese kurzen Impressionen aus dem Schlosspark Schönbrunn sind mit der GH2 im Modus für variable Bildraten gedreht worden. Es wurden verschiedene LUMIX Linsen verwendet. Dabei wurden abwechselnd Aufnahmen in Zeitraffer und Zeitlupe aufgenommen. Um unnötiges Wackeln während der Aufnahmen zu verhindern, wurde ein Stativ verwendet.
Mit dem Modus für variable Bildraten ist man in der Lage, Filme in verschiedenen Geschwindigkeiten direkt aufzunehmen. Man kann Zeitraffer mit einer Geschwindigkeit von 160 %, 200 % oder 300 % aufnehmen oder Zeitlupen mit einer Geschwindigkeit von 80 %.
Wann verwendet man den Variable Movie Mode?
Verschiedene Aufnahmegeschwindigkeiten kann man in vielfältigen Situationen einsetzen. So können Zeitraffer ein kreatives Stilmittel sein, um zum Beispiel Architektur- oder Landschaftsaufnahmen interessanter zu machen. Die leichten Zeitlupen lassen sich gut bei Sport-, Tanz- oder Musikvideos einsetzen, denn sie liefern einen interessanten Eindruck der gefilmten Handlung und lassen viele Bewegungen sanfter aussehen.
Tipps zum Variable Movie Mode
Dieser kurze Clip zeigt das bunte Treiben in der Hofzuckerbäckerei Gerstner im Palais Todesco, Wien, und ist mit der GH2 im manuellen Modus gedreht worden. Dabei wurden verschiedene LUMIX Linsen verwendet, unter anderem Fisheye, Pancake und Makrolinse. Dabei lag der Fokus besonders darauf, mit vielen verschiedenen Linsen zu drehen, die alle unterschiedliche Lichtstärken und Blickwinkel ermöglichen.
Im manuellen Videomodus nimmt die LUMIX GH2 25/50 Bilder auf (PAL-Standard) und ermöglicht es, Blende und Verschlusszeit manuell einzustellen. Zudem besteht die Möglichkeit, verschiedene „Look Presets“ auszuwählen und zu bearbeiten, um einer Szene ein bestimmtes Aussehen zu verleihen.
Wann verwendet man den Manual Movie Mode?
Der manuelle Videomodus ist der Allround-Modus und in vielfältigen Situationen einsetzbar. Durch die manuellen Einstellmöglichkeiten bei Blende und Verschlusszeit kann man in diesem Modus viel experimentieren sowie mit verschiedenen Objektiven neue Blickwinkel und Perspektiven entdecken.
Tipps zum Manual Movie Mode
Neben dem richtigen Videomodus und den richtigen Objektiven ist ein gutes Stativ oder sonstiges Supportsystem unerlässlich beim Filmen mit kompakten Kameras. Denn auch wenn die geringe Größe ein Vorteil ist, macht sie das Filmen aus der Hand mit langen Brennweiten in bestimmten Situationen schwierig, sodass wacklige und unscharfe Bilder entstehen können.
Es gibt verschiedenste Lösungen, für eine stabile Haltung zu sorgen. Angefangen beim Standard-Videostativ über kompakte Allround-Stative und sogenannte Rig-Systeme, die erlauben, mit kompakten Kameras aus der Hand zu filmen, ohne wacklige Bilder zu erzeugen. Bis hin zu kreativen Lösungen, wie Einbein-Fotostativen oder alten Blitzgriffen, die es ebenfalls erlauben, die Kamera ruhiger in der Hand zu halten. Der Kreativität, den richtigen Support zu finden, sind keine Grenzen gesetzt, denn nahezu alle Stativ-/Supportsysteme können mit den LUMIX Systemkameras genutzt werden.
Eine große Auswahl an unterschiedlichsten Objektiven verleihen Fotos und Videos besondere Effekte, Perspektiven & Stimmungen. Vierzehn LUMIX MicroFourThirds-Objektive sind verfügbar. Der MFT Standard ermöglicht die Konstruktion kleinerer und leichterer Objektive als bei anderen Wechselobjektivkameras. Über Bajonett-Adapter von Panasonic oder anderer Zubehörspezialisten sind sehr viele weitere auf dem Markt erhältliche Objektive adaptierbar.