Vom 17. bis 26. Mai war es soweit. Unser Produkttester Peter Brückner testete die LUMIX TZ31 auf Herz und Nieren. Wir sagen: Herzlichen Dank!
Der Bericht stellt ausschließlich die Meinung der Tester dar. Der Bericht ist von Panasonic weder gekürzt noch inhaltlich redigiert worden.
“Nicht die Kamera sondern der Fotograf macht die Bilder!” - Diese Äußerung kommt oft von Fotografen, die klobige Kameras aus vergangenen Zeiten ihr eigen nennen, während Fotografen, die im Urlaub mit kleinen Kompaktkameras fotografieren von “ernsthaften Fotografen” nach wie vor meist mitleidig belächelt und als “Knipser” bezeichnet werden. Ich wollte einmal ausprobieren, was so eine typische aktuelle Kompaktknipse heute leisten kann und wo auch Grenzen sind. Dafür wurde mir freundlicherweise von Panasonic die LUMIX TZ31 für meinen
Madeiraurlaub zum Testen zur Verfügung gestellt und ich kann schon vorab verraten, sie hat sich sehr wacker geschlagen.
Bildqualität:
Die Bildqualität der Kamera bei gutem Licht ist ganz hervorragend. Sehr kontrastreich werden auch weit entfernte Details noch klar wiedergegeben. Meinem Eindruck nach ist die gute Zusammenarbeit zwischen einem hervorragendem optischen Stabilisierungssystem, dem neuen Bildprozessor und einem guten Sensor meist vollkommen ausreichend in der Lage die systembedingten Schwächen bei hohen ISO-Werten auszugleichen bzw. von vornherein zu verhindern. Selten nur musste die Automatik der Kamera auf den manchmal kritischen ISO-Wert 800 zurückgreifen, meist wurden eher die Belichtungszeiten verlängert und vom Stabilisierungssystem sehr gut ausgeglichen.
Die Kamera ist auch mit GPS ausgestattet. Da laut Bedienungsanleitung dies permanent den Akku belastet und ich keinen Ersatzakku hatte, habe ich diese Funktion nur bei einzelnen Wanderungen ausprobiert. Auch wenn es in engen Schluchten nicht immer problemlos funktioniert hat, ist es insgesamt doch beeindruckend nach einer Wandertour sich auf einer Karte anzeigen lassen zu können, wo die Bilder genau entstanden sind. Gerade für einen grundsätzlich orientierungslosen Menschen wie mich eine geniale Funktion.
Die Videofunktion habe ich vor allem in Zusammenhang mit dem Miniaturmodus genutzt, ansonsten nutze ich diese Funktion bei keiner meiner Kameras, weil ich vor der Weiterverarbeitung zurückschrecke. Den optischen Zoom würde ich nie benutzen und bei einem 20er-Zoomfaktor leuchtet mir der Sinn dafür auch nicht so ganz ein. Wenn überhaupt würde ich Ausschnittsvergrößerungen im Bildbearbeitungsprogramm bequem zuhause am Computer machen.
Die Einstellräder und Knöpfe sind für mich schon beim ersten Testen sehr intuitiv, es gibt nichts was ich länger suchen müsste. Für langes Studieren der Bedienungsanleitung war auch wenig Zeit, da mich die Kamera einen Tag vor Reisebeginn erreichte.
Zur Sicherheit hatte ich vorab schon die Bedienungsanleitung auf mein iPad geladen aber die musste ich im Urlaub nur einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen (für Panorama-Auflösung usw.). Das Laden des Akkus geht erstaunlich lange, (fast fünf Stunden) was auf Reisen eine gewisse Planung (oder eben einen Ersatzakku zur Sicherheit) erfordert. Schnell während dem Frühstück noch den Akku laden bevor die Tagestour beginnt, funktioniert definitiv nicht.
Mit knapp über 200 Gramm und Abmessungen von 105 x 59 x 28 mm ist die Kamera (gerade noch) hosentaschentauglich. Farbe und Design gefallen mir spontan sehr gut.

Kreative Features:
HDR finde ich persönlich meist scheußlich und habe es deswegen auch nicht ausprobiert. Stattdessen habe ich ausgiebig Panorama und Miniaturmodus getestet: Ich hatte davor schon mit der Panoramafunktion herumgespielt und mich dabei sehr über die geringe Auflösung von nur 800px in der Höhe gewundert. Theoretisch ist wohl etwas mehr möglich, wahrscheinlich hatte ich also die Kamera nicht exakt waagrecht bewegt. Das Studium der Bedienungsanleitung brachte mich auf die Idee, das nächste Panorama im Hochformat aufzunehmen um so auf eine etwas bessere Auflösung zu kommen, die zumindest theoretisch für eine Ausbelichtung geeignet sein könnte. Das Ergebnis ist leider ernüchternd und frustrierend:
Auch wenn die Auflösung nun zumindest 1024px in der Höhe hat, machen die im Himmel deutlich sichtbaren Helligkeitsstufen das Bild für mich insgesamt unbrauchbar. In der Bedienungsanleitung ist das Problem mit dem Himmel zwar fairerweise schon beschrieben. Aber es nützt ja nichts, ich denke, dass genau für solche Bergpanoramen viele diese Funktion nutzen werden und wenn dann die dabei entstandenen Bilder unbrauchbar sind, kann man diese an sich sinnvolle Funktion nicht nutzen. Sehr schade…
Ein anderes kreatives Feature habe ich auf dieser Wanderung auch noch getestet: den Miniaturmodus. Im Miniaturmodus wird nur ein kleiner Teil des Bildes genau in der Mitte des Querformats scharf abgebildet und der Rest ist unscharf, so dass der Effekt einer Miniaturwelt entsteht. Wenn man diesen Modus zum Filmen nutzt, dann kommt noch ein Zeitraffereffekt dazu, der mir riesengroßen Spaß gemacht hat. Das hat mich so richtig begeistert und ich habe auch in der Markthalle von Funchal damit rumexperimentiert. Leider kommt jetzt noch ein Aber: So richtig brauchbar ist diese Funktion leider nur mit Stativ oder eben mit auch einem dafür funktionierendem (schwierig durch die Zeitrafferfunktion, ich weiß…) Stabilisierungssystem.
Also bitte, bitte, ihr Panasonic-Erfinder, lasst euch dafür was einfallen, ich werde euch ewig dankbar sein, denn damit könnte man dann eine Menge anfangen. Und noch etwas: Wieso geht diese Zeitrafferfunktion eigentlich nur im Miniaturmodus??? Könnte man das nicht für alle Modi freischalten? Bitte, das wäre echt klasse.
Sonstiges:
Alles (auch alles sonstige) steht ausführlich im Praxistest auf meinem Blog:
http://bilderbrunnen.wordpress.com/2012/06/02/praxistest-lumix-tz31-als-urlaubskamera/
Kurz und gut:
Genauso wie mir der Abschied von Madeira schwer fiel, fiel es mir auch schwer, die Kamera nach dem Test wieder zurückzugeben. Die TZ31 wäre für meine Fotoausrüstung eine sinnvolle Bereicherung, die im Urlaub immer wieder tolle Fotos ermöglicht hat, die sonst nicht entstanden wären.
Fotoimpressionen
Weitere Bilder der Madeira-Reise von Peter Brückner auf Flickr in voller Größe erleben!